Rainy Shinjuku

Wie ich bisher vielleicht noch nicht erwähnt habe, verbringen wir unsere Mittagspause immer zusammen. Die Leutekonstellationen sind dabei ziemlich zufällig und man geht bei der Gruppe mit, die gerade losgeht. Meistens sind es wir JLSP Leute die aufeinander warten, da wir in den Kursen am meisten zusammen abhängen und nachmittags viele Kurse gemeinsam haben, während andere schon heimgehen. Mittlerweile hat sich da auch ein festes Lokal herausgebildet: Unser Kaarage-Place.

Das Kaarage (から揚げ )-Restaurant ist eine Straße von unserer Uni entfernt und liegt über einem Family-Market. Von außen übersieht man den Eingang sehr gerne und erst bei genauerem Hinsehen lässt sich ein alter kleiner Aufzug ausmachen, den man in den vierten Stock nehmen muss. Kaarage sind übersetzt frittierte Fleisch- und Fischgerichte. Meistens versteckt sich dahinter jedoch frittiertes Hühnchen.

Für 500¥ bekommt man Kaarage, Salat, Reis und eine Suppe. So lecker!

Wenn wir in der Mittagszeit ankommen (meistens gegen viertel nach 12) ist das Restaurant gut besucht, aber einen Platz haben wir bisher immer sehr schnell bekommen. Möchte man in Japan essen gehen, muss man im Restaurant am Eingangsbereich sagen, wie viele Leute es insgesamt sind und die entsprechende Zahl an Fingern in die Luft halten (außer natürlich es sind zu viele). Anschließend bekommt man einen Tisch zugewiesen und auch für Nicht-Japaner gibt es bebilderte Speisekarten, auf die man einfach nur draufzeigen muss. Das Essen kommt besonders um die Mittagszeit sehr schnell, da oft vorgekocht wird. Oft sind gegen 13 Uhr schon viele Gerichte ausverkauft.

Herr Nimmersatt musste natürlich zwei Portionen nehmen.

Der Grund warum ich so ausführlich über dieses Restaurant schreibe ist, dass es sich tatsächlich zu unserem Stammlokal entwickelt hat (sehr zu Frieders Entsetzen, der lieber jeden Tag etwas Neues ausprobieren möchte. Er hat zwar Recht, aber tja..die Macht der Gewohnheit) und es ansonsten nicht wirklich viel in der Uni zu berichten gibt.

Rainy Shinjuku

Zu meiner AL-Class (autonomous learning) gibt es noch die kleine Erwähnung, dass Hanbo und Frieder mich tatsächlich im Stich gelassen haben und ich nun sozusagen Privatunterricht erhalte. Was zwar extrem anstrengend und fordernd ist (ich vs Japanischlehrerin + zwei Japanische Volunteers), aber gleichzeitig wirklich Spaß macht und mich weiterbringt.

Auf jeden Fall haben Fabian und ich uns heute noch einmal verabredet für eine Fototour in Shinjuku und das Auskundschaften der dortigen Fotoläden. Wir hatten bei unserem letzten Ausflug nach Shinjuku entdeckt das die Filmrollen und Batterien dort um ein Vielfaches günstiger sind, als bei uns Zuhause. Da meine Klasse ein wenig früher endete, vereinbarten wir uns direkt in Shinjuku zu treffen, denn ich wollte noch ein wenig die Gegend auf eigene Faust erkunden. Was ich allerdings nicht eingeplant hatte, war das Wetter.

Plitsch, platsch – Schuhe sind durchweicht.

Es regnete in Strömen und auch bei der Schuhauswahl hatte ich mal wieder elegant vorbeigegriffen. Nun stand ich also im regnerischen Shinjuku mit meinen pitschnassen Sneakern und verwünschte den Wettergott.

Tapfer entschloss ich mich dem Windes und der Nässe wenigstens ein wenig zu trotzen und zumindestens die Bahnhofsumgebund auszukundschaften. Dabei sind mir tatsächlich einige schöne Bildmotive über den Weg gelaufen, aber ich war nach einigen Minuten schon so durchgefroren, dass ich mich dagegen entschied die Kamera auszupacken.

Idylle mit Vending machine.

Irgendwann hat es mir dann mit dem Erkunden gereicht und ich entschloss mich zurück zum Bahnhof zu gehen, wo wir uns treffen wollten.

Kurz vor der vereinbarten Zeit stand ich am Treffpunkt und bekam die Nachricht, dass Fabian sich „ein wenig verspäten würde“. Offenbar bin ich zu deutsch, denn ich habe nicht verstanden das ein wenig verspäten in England nicht 5-10, sondern 45 Minuten sind.

45 Minuten habe ich diesen Ausblick genießen dürfen.

Irgendwann kam er dann an und ich musste mich wortwörtlich vom Boden loseisen. Ich war so erfroren, dass an Fotomachen erstmal nicht mehr zu denken war. Also suchten wir das nächstliegende Cafe und ich wärmte mich erstmal wieder an einer heißen Tasse Cappuccino auf.

Nachdem ich wieder zurück unter den Lebenden war, entschieden wir uns das Fotografieren ausfallen zu lassen und einfach nur die Fotogeschäfte abzuklappern, da die wenigstens im Trockenen sein würden.

Der Vorsatz war da, aber auf dem Weg zu der Einkaufsstraße fanden wir uns auf einmal in einem Lichtermeer wieder und ich entschied mich spontan doch noch die Kamera hervorzuholen. Auch wenn mir in diesem Moment meine Fingerkuppen Ade gesagt haben, hat es sich im Anbetracht der Bilder nochmal gelohnt

Fabian war mäßig begeistert Model spielen zu dürfen, aber immerhin hat er sich nicht allzu stark gewehrt.

Und überall diese Herzchen in den Bäumen – Kitsch pur!

Wir vermuten übrigens, dass hier schon alles für den Valentinstag in zwei Wochen geschmückt wurde und diese kitschigen Herzchenketten nicht das ganze Jahr über aufgehangen werden. Es war mit den Lichterketten schon sehr schön gemacht, aber doch ein wenig zu viel des Guten mit den Herzen in den Bäumen.

Fotogeschäfte in Shinjuku.

Die Fotogeschäfte haben uns auf jeden Fall nicht enttäuscht. Hier gibt es alles was Fotofanatiker begehren und das auch noch zu unschlagbaren Preisen. Bevor ich zurückgehe, werde ich mich hier definitiv noch mit Filmrollen, Polaroidpapier und Batterien eindecken!

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