Hölökynkölökyn

…nein das ist natürlich nicht Japanisch, haha! Während unserer Vorlesung heute, bekamen wir alle fünf gleichzeitig das starke Bedürfnis auf ein gutes, kühles…BIER (irgendwann mussten meine deutschen Wurzeln ja durchkommen)! Aber bevor wir dazu kommen und was der Titel überhaupt bedeutet, möchte ich kurz noch etwas zu meinem Uni-Tag erzählen.

In unserem Sprachunterricht haben wir heute „Wer bin ich“ gespielt und bekamen dabei einige berühmte Persönlichkeiten zugeteilt, die Japaner „Typisch Westlich“ sehen, bzw. uns zutrauen sie auch zu kennen.

Fazit: John Lennon scheint in China nicht so bekannt zu sein, Angela Merkel ist voll der Hit in Japan und allmählich lerne ich das Finnland mehr als nur irgendein Land im Norden ist (sehr ungebildet, muss das dringend nachholen).

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Neben Harry Potter haben es auch Lady Gaga und Neymar auf die Tafel geschafft. Lahm und Schweinsteiger habe ich vermisst.
sdr
Im wahren Leben sicherlich nicht…
sdr
…leider auch weit von entfernt.

Die Bilder lügen übrigens nicht. Wir waren tatsächlich nur drei Leute in der Stunde. Frieder hatte es nach unserem Schnee-Ausflug leider ziemlich erwischt und so haben wir dann in noch kleinerem Kreis gelernt. Ich muss an der Stelle noch einmal betonen, WIE effektiv ein Sprachkurs in kleiner Runde ist und vor allem, wie gut die Stimmung ist, wenn man sich untereinander versteht. MUCH LOVE to my language class A!

In der Mittagspause haben Nadja, Aske, Hanbo und ich dann zum ersten Mal den von unseren Lehrern so angepriesenen Takoyaki (たこ焼き)- Laden ausprobiert. Takoyaki sind frittierte kleine Oktopus (たこ) bällchen. Es war wirklich superlecker, aber eine Portion hat beim besten Willen nich satt gemacht und so haben wir uns im Anschluss noch was beim Family Market holen müssen. Als Snack sind sie aber absolut empfehlenswert (zumindest für alle Fisch- und Meeresfrüchteesser).

sdr
Waren genauso lecker, wie sie aussahen.

Diesen Nachmittag hatten wir unseren Kulturkurs bei unserem allseits geliebten Professor Mizuki (nein, keine Ironie. Er ist wirklich toll!). Da wir in zwei Tagen zu einem Katastrophencenter gehen werden, haben wir heute verschiedene Kanji gelernt, die uns im Katastrophenfall weiterhelfen würden, sowie einige Videos zu Erdbeben und Tsunamis angesehen, die Japan in den letzten Jahren getroffen haben.

Obwohl das Thema wirklich spannend war, waren wir alle am Ende des Nachmittages ziemlich geschafft. Von 1 bis 4pm haben wir an unseren Computern gesessen und die meiste Zeit unserem Sensei (Lehrer) zugehört. Dennoch waren alle fit genug um noch nicht direkt ins Wohnheim zurückzukehren. Und mein Vorschlag Biertrinken zu gehen, stieß unerwarteter Weise auf allgemeine Zustimmung und vorfreudiges Grinsen.

Ich selbst war sehr gespannt darauf, wie das Bier in Japan schmecken würde. Bevor ich hergekommen bin, habe ich mich bereits von unserem guten deutschen Brot, meinem vergötterten Mineralwasser (was es aber GOTT SEI DANK auch in Japan gibt) und meiner Lieblingsschokolade verabschiedet. An das Bier hatte ich anfangs gar nicht gedacht.

Nach kurzem Überlegen kamen wir zu dem Schluss, dass wir nach Shinjuku (新宿区) fahren und dort unser Glück versuchen. Immerhin hatten wir gehört, dass die meisten Japaner dort nach Feierabend ein Bierchen trinken gehen würden. Außerdem war es nur zwei Stationen von unserer Uni entfernt. Ideal!

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Erstmal ein Foto.
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Und noch eins.

Relativ schnell haben wir dann auch ein Lokal gefunden, wo die Preise annehmbar waren und man anscheinend gutes Bier bekam. Der Dank gebührt an dieser Stelle Aske, Fabian und Nadja, deren Japanisch bereits so gut ist (C-Klasse), dass sie sich scheinbar mühelos fließend unterhalten können. Ville und ich standen daneben und haben nett gelächelt. Ich wenigstens.

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Üblicherweise bekommt man einen Piepser, mit dem man den Kellner rufen kann. Ansonsten bestellt man oft über Tablets.
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Neben einem kühlen Bier konnten wir auch kleine Snacks bestellen.

Drinnen mussten wir unsere Schuhe ausziehen, in Spinde einschließen und in Pantoffeln schlüpfen, bevor wir an unseren Tisch geleitet wurden. Das ist in den meisten Restaurants der Fall, wo man ein wenig länger bleibt.

Das Bier war so kalt, dass noch am Glas außen kleine Eisreste klebten. Der Geschmack ist mit dem deutschen Bier nicht vergleichbar. Löst man sich aber davon, dann schmeckt es außerordentlich gut. Nach dem ersten Schluck habe ich innerlich akzeptiert, dass ich in Japan definitiv mehr Sport machen müsste, um diese ganzen Kalorien wieder abzunehmen. Das Essen und die Getränke hier sind einfach viel zu gut.

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Seltenes Bild von Ville (er lächelt sonst nie).
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Die Geburtsstunde unseres Lieblingsspruchs.

Und hier nun die Auflösung: Hölökynkölökyn ist ein finnischer Trinkspruch, den uns Ville beigebracht hat. Das erste Mal hab ich gefühlt fast einen Knoten in die Zunge gemacht, aber mittlerweile geht es. Wir haben fest vor, diesen Spruch zu verinnerlichen. Was er genau bedeutet, wollte oder konnte uns Ville bisher nicht sagen. Wer genaueres weiß, möge sich bitte melden. Dafür gebe ich gerne ein Bier aus!

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