Odaiba, du bist so schön!

Nachdem wir gestern Abend meinen Geburtstag ruhig zusammen gefeiert haben, beschlossen wir heute ein wenig abenteuerlustiger zu sein und mehr von Tokyo zu entdecken.

Vormittags haben wir schön lange ausgeschlafen (ein ganz ungewohntes Gefühl wieder jeden Tag den gleichen Ablauf zu haben und früh aus dem Haus zu gehen!), und gegen Mittag haben wir uns dann auf folgende Route geeinigt: Zuerst wollten wir uns den Sengaku-ji Tempel anschauen, dann über die Regenbogenbrücke nach Odaiba (お台場) laufen und uns dort die Aqua-City und Pallet Town anschauen.

0I9A6962
Der Innenhof der Anlage

Los ging es also! Erstmal auf zum Tempel nach Takanawa, Minato! An der Station hat erstmal nichts darauf hingedeutet, dass hier in der Nähe ein großer Tempel sein soll. Es war alles gut ausgeschildert, auch auf Englisch, aber von Touristen war weit und breit nichts zu sehen!

0I9A6955
Den Schrein selbst durfte man nicht betreten.

Diesmal lasse ich die Bilder für sich sprechen. Wenn mein bester Freund mich Ende März besuchen kommt, werden wir auf jeden Fall noch einmal dorthin müssen und dann erzähle ich auch hier auf dem Blog mehr zur Hintergrundgeschichte etc!

0I9A6975

0I9A7004

0I9A7013

Gräber der Ronin

Highlight des Tages: Unser treuer und verlässlicher Partner Gmaps sollte uns vom Sengaku-Tempel zur Rainbow-Bridge führen. Wir vertrauten ihm blind, bis er uns auf einmal in eine kleine ominöse Seitenstraße hinter einem großen Parkplatz reinbringen wollte. Es sah nicht aus, als ob es hier weitergehen würde. Für einen Moment standen wir ratlos an der Einbiegung. Weitergehen oder einen anderen Weg suchen? Offenbar müssen wir wirklich ratlos und verloren ausgesehen haben, denn ein Amerikaner nahm uns diese Entscheidung ab. Er hielt mit seinem Fahrrad bei uns an und ermutigte uns weiterzugehen. Allerdings redete er mit einem sehr starken Dialekt und wir verstanden nur so viel wie „ya! ya!….. taxi-passage….! Take care….don’t get killed“ Mmmh. Klang vertrauensvoll. Wir taten dann mal so, als ob wir weitergehen würden und gingen zumindest außerhalb des Sichtfeldes von ihm, da er extra stehenblieb und uns beobachtete.

Nachdem wir um die Ecke gebogen waren, die große Überraschung: Vor uns war ein LOCH. Ein winziger SPALT von Straße, der direkt unter den Eisenbahn-Schienen entlangging. Nie im Leben würde da ein Auto durchpassen! Wie zur Bestätigung fuhr in diesem Augenblick ein Taxi mit Höchstgeschwindigkeit in diese Öffnung hinein und verschwand.

dav
Nicht unbedingt vertrauenserweckend…

Schließlich haben wir uns dann doch bewegt und diese Öffnung genauer beäugt. Es war breit und hoch genug für ein normales Auto, aber wirklich nur 5cm Abstand zur Decke. Wir haben kurz ernsthaft überlegt, ob es nicht doch eher Sinn machen würde, lieber einen Umweg von 3,5 Kilometern zu laufen, aber es siegte dann doch die Neugier und Abenteuerlust und wir sind losgegangen.

IMG-20180120-WA0049
Immerhin konnte ich auch an den meisten Stellen aufrecht stehen!

Nathalie konnte problemlos durchlaufen, für sie war das ein großer Spaß. Ihr Freund lief fast diagonal und mein Kopf schabte von Zeit zu Zeit an der Decke entlang, aber die meiste Zeit konnte ich auch normal gehen. In der Zwischenzeit zischten die Taxis und todesmutige Japaner auf Fahrrädern an uns vorbei.

IMG-20180120-WA0056
Wer unter Klaustrophobie leidet, sollte diesen Ort besser meiden…

Nachdem wir dem langen Gang endlich entronnen waren, stellten wir auf der anderen Seite fest, dass hier nur ein Höhenabstand von 1.50m war. Die Taxis passten GERADE SO darunter durch. Maximal 1cm trennte sie von der oberen Stahlkante. Die Fahrer interessierte das herzlich wenig und sie sahen überhaupt keinen Anlass dafür, ihre Geschwindigkeit zu drosseln.

dav
Der Beweis: Nur 1.50m hoch!

Nach dem kleinen, unerwarteten Abenteuer, ging es dann weiter in Richtung Regenbogenbrücke. Unser Weg führte uns durch ein Wohngebiet, ein großes Geschäftsviertel, über einige Brücken und schließlich in ein großes Industriegebiet am Hafen. Und schließlich der große Moment:

IMG_20180120_150716.jpg
Der erste Bogen der Regenbogenbrücke vor uns!

Kurz vor der Brücke kam dann der nächste Schreck: Nirgendwo stand ein Fußgänger-Weg ausgeschrieben und GMaps wollte uns auf einmal auf der Fahrbahn laufen sehen! Auf einmal waren wir nicht mehr sicher, ob das Navi unser Freund oder Feind war und ob wir die letzten Kilometer umsonst gelaufen waren… Allerdings behielt es dann doch recht und nach einigen Metern auf der Straße, führte es uns sicher zum Eingang für Fußgänger.

IMG_20180120_153130.jpg
Glück gehabt! Es gibt eine Fußgängerpassage!

Auf der Westseite der Brücke gibt es ein Gebäude, wo man sich entscheiden für eine Brückenseite entscheiden muss. Zwischendrin ist es nicht möglich die Straßen bzw die Gleise, die im Inneren verlaufen, zu überqueren. Wir entschieden uns für die Süd(??)-Seite mit Ausblick auf den Hafen und Minato – und vor allem auf den Sonnenuntergang. Immerhin sind wir erst spät losgegangen.

0I9A7051

Die Regenbogenbrücke (レインボーブリッジ) befindet sich im nördlichen Teil der Bucht von Tokyo und ist ein Wahrzeichen der Stadt. Sie erhielt ihren Namen, da sie in der Nacht bunt angestrahlt wird. Es ist eine Hängebrücke, von circa 798m Länge, die den Shibaura-Kai mit der künstlich angelegten Insel Odaiba verbindet und für Autos, Züge und Fußgänger, passierbar ist. Für Fußgänger gelten allerdings bestimmte Öffnungszeiten. Zum Glück hatten wir uns dafür entschieden, die Brücke auf dem Hin- und nicht auf dem Rückweg zu überqueren!

IMG-20180120-WA0042

sdr
Fast geschafft!

Wer sich ein wenig mit Nintendo und der Spielreihe SuperMario auskennt, der wird wissen das es in Mariokart eine Rennstrecke gibt, die auch „Regenbogenbrücke“ genannt wird. Deswegen war es für mich als begeisterter Fan, ein ganz besonderer Moment, als wir wieder Mariokart-Fahrer entdeckt haben, die ein Rennen über die Brücke veranstaltet haben. Wir jubelten ihnen begeistert zu und (ausgerechnet!) Luigi, winkte mir fröhlich zurück! Großartig! Guter Tag!

dav

Hat sich das Ausschlafen doch doppelt gelohnt!

Kurz vor Odaiba, gab es das perfekte Fotolicht und Nathalie musste kurzerhand als Model herhalten. Sie war wenig begeistert, da sie schon fror, aber wenn man mit Fotografen befreundet ist, muss man manchmal halt in den sauren Apfel beißen! Pech gehabt!

Da ich hier in Tokyo kein anständiges Bearbeitungsprogramm habe, werde ich die meisten Fotos erst bearbeiten, sobald ich wieder in Deutschland bin. Dennoch will ich euch eine kleine Auswahl (unbearbeiteter) Fotos nicht vorenthalten!

0I9A7179
Wunderschönstes Weib!
0I9A7191
0I9A7213
Auch ich bin dann kurz vor die Kamera gehüpft, so ein Licht muss genutzt werden!

Auf der anderen Seite tauchte das Licht der untergehenden Sonne die Umgebung in warme Farben und verlieh der kleinen Bucht in Odaiba, einen magischen Moment. Es war ein schönes Schauspiel, wie die Sonne langsam hinter den Hochhäusern auf der anderen Seite des Hafens versank und als Fotograf bekam ich das allerschönste Licht für meine Bilder.

0I9A7259
Bissel Kitsch muss auch mal sein!

Von Odaiba hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Regenbogenbrücke. Obwohl mich der gesamte Platz sehr an Dumbo in New York erinnert hat. Ähnlicher Brückenstil und die Skyline im Hintergrund ist dort auch nicht viel anders. Es gibt hier sogar eine Freiheitsstatue, die wir zwar gesehen, aber leider nicht fotografiert haben.

Ich werde hier mit Sicherheit noch einmal mit meinem gesamten Kamera-Equipment herkommen müssen, weil der Ort einfach viel zu schön ist!

sdr
Nur ein Teil der riesigen Anlage!

Als erstes Ziel haben wir in Odaiba dann die Aqua-City angesteuert. Es ist eine riesige Shopping-Mall, die relativ dicht verwachsen ist mit einer anderen Mall, den Tokyo Decks. Hier findet sich alles, was das Käuferherz begehrt (und noch vieeeeel mehr…).

IMG-20180120-WA0050

In Tokyo muss man auf alles vorbereitet sein und am besten nichts infrage stellen. Man würde es ohnehin nicht verstehen. So war es auch, als wir aus der Mall hinausgehen wollten. Bereits in der Tür hörten wir laute Musik und überall flackerten bunte Lichter auf. Wir waren gerade rechtzeitig zu irgendeiner Art Vorführung gekommen! Direkt vor dem Gebäude befand sich ein gigantischer Roboter. Es ist ein Nachbau aus der Anime-Serie „Gundam“, dessen Intro auch während der Lichtershow über die Gebäudewand flimmerte und der offenbar ein riesiger Anziehungspunkt für Animefans darstellt.

sdr

Und wieder: Typisch Japan!

Wir hatten allerdings immer noch nicht genug und gingen weiter auf Entdeckungstour. Nächster Stop: Pallet Town! Wie man diesen Ort am besten bezeichnet, kann ich beim besten Willen nicht erklären. Er beinhaltet unzählige Geschäfte, einige Ausstellungen (wie die …..) , eine Shopping-Meile, die dem alten Venedig nachempfunden ist (Venus-Fort), dem Toyota Mega Web und einige Vergnügungselemente, wie ein buntes Riesenrad oder das Leisureland. Für letzteres waren wir aber leider zu spät dran gewesen und es hatte leider schon geschlossen.

sdr

Bis ins kleinste Detail ausgearbeitet – und das bei freiem Eintritt!

dav
Das Bild ist nur für dich, Papa!

Zum Abendessen entschieden wir uns erstmal wieder aus Odaiba herauszufahren und unser Glück woanders zu versuchen. Wir wurden dann relativ schnell fündig und entschieden uns für ein chinesisches Restaurant, welches aber auch japanisches Essen anbot.

IMG-20180120-WA0065

Peace!

Anders als in Deutschland stehen die Tische hier oft mitten im Raum und man hat das Gefühl allen im Weg zu sitzen (tut man aber nicht).

IMG-20180120-WA0052

Obligatorisches Beim-Essen-Selfie!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s