Ikebukuro

Einen Tag zuvor haben wir Akihabara (秋葉原) unter die Lupe genommen, was viele auch als Viertel für Anime- und Mangabegeisterte Fanboys bezeichnen. Es ist laut, schrill, überall stehen Maids in Kostümen an der Straße und verteilen Flyer, ein Geschäfte über halbnackte Animemädchen reiht sich ans nächste und es gibt endlos viele Spielhallen und japanische Kneipen. Heute sind wir in das Gegenstück gefahren, dass Anime- und Mangaviertel für FanGIRLS! Ikebukuro (池袋)!

Was ein Unterschied! Die Luft riecht reiner, die Vögel zwitschern die schönsten Melodien, überall wachsen rote Orchideen… nein, okay, so ist es auch wieder nicht. Aber die Stimmung ist allgemein sehr viel ruhiger und gesetzter. Es gibt einige Grünanlagen zwischen den Hauptstraßen und einige kleine Parks, in denen sich Cosplayer (Fans, die sich als ihre Lieblingscharakter verkleiden) treffen. Außerdem findet man hier unzählige Geschäfte, die alles zur japanischen (und südkoreanischen) Popkultur verkaufen, viele Läden mit Anime-/ und Mangamerchandise und einfach unzählige lauter niedliche Sachen. Auch im Namen wird deutlich, dass es anders als in Akihabara, eher an ein weibliche Zielgruppe ausgerichtet ist: Otome Rōdo 乙女ロード (Junges Mädchen – Straße).

Neben der allgemeinüblichen Neugier und unserer Abenteuerlust, haben wir bzw. ich auch ein besonderes Hauptziel im Sinn. Das Tokyo Pokémoncenter hat hier eine Filiale und wer mich kennt… nunja.

Wir haben uns also mittags auf den Weg gemacht und bereits in der Subway-Station wurden wir von Gute-Laune-Schildern begrüßt:

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Walking FOR Sunshine…

Obwohl das Schild uns schon direkt grinsen ließ, soll das hier keinen falschen Eindruck erwecken. Verlässt man die Station in Richtung Osten, kommt man nämlich tatsächlich zur Sunshine City. Diese besteht aus einem riesigen Einkaufszentrum, vielen Büros, einem Hotel und dem Sunshine 60 (サンシャイン60), einem riesigen Wolkenkratzer.

sdr
Erstmal müssen wir aber den richtigen Weg finden.

Wir haben uns tatsächlich kurz verlaufen, fanden aber recht schnell den richtigen Weg und standen nach circa 15min vor dem Eingang des Einkaufszentrums. Innendrin gibt es ALLE möglichen Läden, man kann hier locker den ganzen Tag verbringen und hat am Ende vermutlich immer noch nicht alles gesehen. Außerdem gibt es in der Mitte der Passage einen kleinen Platz, an dem regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen abgehalten werden und den man von allen Stockwerken aus beobachten kann. Aber wirklich umgesehen habe ich mich nicht, denn – ich hatte eine Mission. Und tatsächlich, nach kurzer Suche sind wir fündig geworden!

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Das Pokémon Center MEGA TOKYO – und sein größter Fan.

In diesem Laden gibt es alles, was ein Fanherz höher schlagen lässt und ich musste mich enorm zurückhalten, um nicht den halben Laden an Ort und Stelle aufzukaufen. Es gibt hier Plüschtiere von verschiedenen Pokémon, die immer wieder ausgetauscht werden (klar, bei über 800 Viechern kann es schonmal zu Platzproblemen kommen) und manche sogar in verschiedenen Variationen. Insbesondere natürlich Pikachu, Evoli und aus irgendeinem merkwürdigen Grund war auch Ditto zahlreich vertreten.

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Hätte ich doch nur mehr Platz im Koffer…
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Auch Evoli war als Plüschtier, Kostüm, Decke, Kissen, Kappe, Hefter,……. etc. vertreten.

Die ersten zehn Minuten bin ich nur ziellos durch den Laden geirrt, weil ich nicht wusste wo ich hinsehen sollte und dieser Reizüberflutung nichts entgegenzu setzen hatte. Irgendwann habe ich es dann geschafft mich zu besinnen und den Laden dann noch einmal ganz konkret nach meinem Lieblingsvieh zu durchkämmen und siehe da, diese Taktik hat dann geklappt!

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Noch ein Abschiedsbild und bis zum nächsten Mal (und das wird sehr bald sein)!
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Sehr zufrieden mit der Ausbeute!

Vor dem Geschäft gibt es auch noch einen Bereich mit Videospielautomaten, wo man die neusten Pokémonabenteuer ausprobieren kann oder Tische, an denen man das Kartenspiel analog gegen andere spielt.

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Eine kleine Schlange und hauptsächlich Kinder an den Automaten (aber auch Ältere).

Nachdem mein Fanherz gestillt wurde, sind Alisa, Nadja und ich noch ein wenig durch die Straßen gezogen und haben uns den Rest des Viertels angesehen. Abgesehen davon, dass Nadja kurzzeitig wieder verloren gegangen ist (zum zweiten Mal schon) und wir sie panisch gesucht und dann sehr relaxt vor einem Laden wiedergefunden haben, war alles sehr entspannt. Wir haben uns zahlreiche kleine Geschäfte angesehen, die sich aber meiner Meinung nach, nach einer Weile vom Sortiment wiederholt haben.

Viele bieten Anhänger oder Buttons von den unterschiedlichen Animeserien an, die gerade in Japan in Mode sind. Dazu gehörte etwa Yuri on Ice, die mir als eine der wenigen Serien etwas sagte (danke an Linda, hier konnte ich mitreden).

Wenn man nach Ikebukuro kommt, sollte man sich nicht scheuen in diese Läden reinzugehen. Auch wenn man dafür drei Stockwerke hinab in eine enge Gruft steigen muss. Und die Treppenstufen hinunter knapp 7,5cm breit sind. Und die Deckenhöhe 1,65m beträgt. Einfach ignorieren und versuchen krampfhaft wo festzuhalten und nicht noch einmal auf das angeknackste Bein fallen. Und übrigens bin ich ernsthaft am überlegen, ob die Erdanziehungskraft in Japan auf mich stärker einwirkt.

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Einer der zahlreichen Cosplay-Läden im Viertel.
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Hier gibt es auch viele Spielhallen, die aber schon etwas leiser sind und VIEL MEHR Purikura-Automaten haben. VIEL MEHR.

sdr

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